Du bist kurz vor dem Start ins Arztleben und möchtest dich auf ein hochspezialisiertes Feld in der Pädiatrie konzentrieren?
Die Kinder- und Jugend-Rheumatologie bietet dir die Chance, Kinder und Jugendliche mit seltenen und komplexen Erkrankungen langfristig zu begleiten – medizinisch, aber auch menschlich.
Die Schwerpunktweiterbildung baut auf dem Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin auf.
Nach deiner fünfjährigen pädiatrischen Ausbildung setzt du noch einmal 24 Monate gezielt auf Rheumatologie drauf – an dafür befugten Weiterbildungsstätten.
Hier erwirbst du tiefes Wissen über entzündliche und nicht-entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparats, Autoimmunerkrankungen und autoinflammatorische Syndrome.
Du lernst die molekulargenetischen und immunologischen Grundlagen kennen und entwickelst ein Gespür dafür, wie unterschiedlich sich diese Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen äußern.
Die MWBO definiert klar, welche Kenntnisse und Fertigkeiten du dir aneignen musst, um am Ende als Kinder- und Jugend-Rheumatologin oder -Rheumatologe anerkannt zu werden.
Dabei geht es nicht nur um Diagnostik und Therapie, sondern auch um die Langzeitversorgung und die Arbeit im interdisziplinären Team.
Du wirst dich intensiv mit folgenden Themen befassen:
Epidemiologie und Krankheitsmechanismen: von juveniler idiopathischer Arthritis über Vaskulitiden bis zu autoinflammatorischen Erkrankungen wie genetischen Fiebersyndromen.
Medikamentöse Therapie: Indikation und Überwachung von nicht-steroidalen Antirheumatika, Glukokortikoiden, klassischen und biologischen DMARDs sowie Immunsuppressiva.
Begleit- und Ergänzungstherapien: Gastroprotektion, Osteoporoseprophylaxe, Folsäuregabe, Ernährungsberatung und Impfungen unter Immunsuppression.
Physikalische und psychosoziale Maßnahmen: Krankengymnastik, Ergotherapie, Sportberatung, Einbindung der Familie und psychosoziale Unterstützung.
Palliativmedizinische Aspekte: Für Patient:innen mit schweren und progredienten Krankheitsverläufen.
Neben den theoretischen Grundlagen stehen konkrete praktische Fertigkeiten im Vordergrund.
Die Weiterbildungsordnung gibt dir verbindliche Richtzahlen, die du während deiner Ausbildung nachweisen musst:
Du führst regelmäßig Gelenkpunktionen und intraartikuläre Injektionen durch, um Diagnostik und Therapie zu verbinden.
Du lernst, hämatologische, biochemische und immunologische Befunde korrekt zu interpretieren – einschließlich der Analyse von Synovialflüssigkeit.
Bildgebung ist ein zentraler Baustein: Du erwirbst die Fähigkeit, rheumatologische Ultraschalluntersuchungen durchzuführen und zu beurteilen. Dazu gehören mindestens 200 Gelenksonographien, die du selbstständig machst und dokumentierst.
Du wirst in der Lage sein, akute rheumatologische Notfälle wie Lupus-Schübe, Makrophagenaktivierungssyndrome oder Vaskulitiden zu erkennen und sofortige Maßnahmen einzuleiten.
Kinder- und Jugend-Rheumatologie ist ein spannendes Feld, das medizinische Präzision und Empathie vereint.
Du begleitest junge Patient:innen und ihre Familien oft über Jahre hinweg und trägst dazu bei, chronische Erkrankungen beherrschbar zu machen und Lebensqualität zurückzugeben.
Dabei arbeitest du in hochspezialisierten Teams und bist immer nah an innovativen Therapien und wissenschaftlichem Fortschritt.
Plane deine Weiterbildung frühzeitig:
Suche dir Kliniken und Zentren, die auf pädiatrische Rheumatologie spezialisiert sind und dir den Zugang zu allen wichtigen Untersuchungen und Richtzahlen ermöglichen.
Vernetze dich mit Mentor:innen, die dir helfen, die Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen.
Und ganz wichtig: Dokumentiere deine Untersuchungen und Eingriffe von Anfang an, damit du am Ende alle Anforderungen der MWBO erfüllst.
Fazit:
Wenn du dich für Kinder, komplexe Krankheitsbilder und eine sinnstiftende, hochspezialisierte Arbeit begeisterst, ist die Kinder- und Jugend-Rheumatologie genau dein Feld.
Mit klarer Struktur, interdisziplinärer Zusammenarbeit und einer großen Portion Herzblut kannst du hier viel bewegen – medizinisch und menschlich.