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Dein Weg zum Schwerpunkt Kinder- und Jugend-Gastroenterologie

Wenn du dich für Erkrankungen des Verdauungstrakts, der Leber und der Bauchspeicheldrüse bei Kindern und Jugendlichen begeisterst, kannst du nach deiner Facharztweiterbildung in Pädiatrie einen hochspezialisierten Weg einschlagen: den Schwerpunkt Kinder- und Jugend-Gastroenterologie. Hier erfährst du, wie du diese Weiterbildung meisterst, welche Inhalte dich erwarten und welche praktischen Erfahrungen – inklusive Mengenangaben – du nachweisen musst.

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Dauer und Voraussetzungen

Die Schwerpunkt-Weiterbildung dauert 24 Monate und baut auf dem abgeschlossenen Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin auf. Du absolvierst sie an einer befugten Weiterbildungsstätte, die eine spezialisierte pädiatrisch-gastroenterologische Versorgung bietet.


Was lernst du inhaltlich?

Die Weiterbildung deckt alle wichtigen Aspekte der pädiatrischen Gastroenterologie ab, darunter:

  • Diagnostik und Therapie angeborener und genetischer Störungen des Verdauungstraktes, inklusive assoziierter Erkrankungen.

  • Hepatologie: Behandlung entzündlicher, autoimmuner, infektiöser und metabolischer Lebererkrankungen; Management cholestatischer Erkrankungen, Leberbiopsien und Begleitung bei Lebertransplantationen.

  • Gastroenterologie: Versorgung bei Motilitätsstörungen, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), Malabsorptions- und Maldigestionssyndromen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien, funktionellen Störungen sowie prämalignen und malignen Erkrankungen.

  • Pankreatologie: Diagnostik und Therapie von Bauchspeicheldrüsenentzündungen und Funktionsstörungen.

  • Ernährungsmedizin: Beurteilung des Ernährungszustands, Erkennen von Malnutrition und Fehlernährung, Management von enteraler und parenteraler Ernährung sowie Eliminationsdiäten.

  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Koordination mit Chirurgie, Psychosomatik, Ernährungsberatung, Reha und spezialisierten Einrichtungen.


Welche Untersuchungen musst du nachweisen? – Die Richtzahlen

Damit du die Schwerpunktanerkennung erhältst, musst du während deiner Weiterbildung eine bestimmte Anzahl an Untersuchungen und Eingriffen selbst durchführen und dokumentieren. Die MWBO gibt diese Mindestmengen verbindlich vor:

  • 100 obere Intestinoskopien (Ösophagus, Magen, Duodenum), inklusive interventioneller Verfahren wie Fremdkörperentfernung, Ösophagusdilatation, Blutstillung und Sondenanlage.
    – davon mindestens 25 im Vorschulalter (Kinder <6 Jahre).

  • 50 Ileokoloskopien (Dickdarm und terminales Ileum), ebenfalls inklusive interventioneller Verfahren wie Polypektomie.

  • 100 Sonographien des Verdauungstraktes, inklusive Doppler- und Duplexsonographie der abdominellen Gefäße.

  • Funktionsdiagnostik: Du musst Erfahrung in pH-Metrie, Atemtestverfahren, Manometrie und Impedanzmessung sammeln. Hier gibt es keine feste Zahl, aber du sollst die Methoden sicher anwenden und Befunde interpretieren können.

Zusätzlich musst du die Indikationsstellung und Befundinterpretation bildgebender Spezialverfahren wie MRT (inkl. MRCP), ERCP, Endosonographie, Szintigraphie und ggf. Doppelballonendoskopie beherrschen. Auch wenn diese nicht zwingend mit Richtzahlen hinterlegt sind, sind sie ein wesentlicher Teil der Weiterbildung.


Dein Alltag im Schwerpunkt

Die Arbeit in der pädiatrischen Gastroenterologie ist extrem vielseitig. Du betreust Kinder und Jugendliche mit akuten Infekten genauso wie Patient:innen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen oder angeborenen Stoffwechselstörungen. Du führst Endoskopien durch, interpretierst Sonographien und betreust Patienten mit enteraler oder parenteraler Ernährung. Auch interdisziplinäre Fallkonferenzen und Gespräche mit Familien gehören zu deinem Alltag.


Warum sich dieser Schwerpunkt lohnt

Der Bedarf an spezialisierten Kinder-Gastroenterolog:innen ist hoch. Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Leber- und Ernährungsprobleme bei Kindern nehmen zu. Mit dieser Weiterbildung positionierst du dich in einem hoch gefragten Fachbereich, in dem du sowohl wissenschaftlich als auch klinisch arbeiten kannst. Außerdem ist die Arbeit besonders sinnstiftend, da du oft über Jahre hinweg Patient:innen und ihre Familien begleitest.


Dein Fahrplan zur Bewerbung

  • Plane frühzeitig, wo du die 24 Monate absolvieren kannst – nicht jede Klinik bietet alle Pflichtleistungen an.

  • Achte darauf, dass du genügend endoskopische Eingriffe (inkl. der Altersanforderungen) und Sonographien durchführen kannst.

  • Dokumentiere alle Untersuchungen konsequent im Logbuch.

  • Suche dir Mentor:innen, die dich auch in Funktionsdiagnostik und speziellen Bildgebungsverfahren anleiten.


Mit klarer Planung und Begeisterung für die Gastroenterologie kannst du diesen spannenden Schwerpunkt erfolgreich meistern und wirst Expert:in für einen der vielseitigsten Bereiche der Pädiatrie.