BlogtorsFuture – Meet-the-Expert


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Mein Problem

26 May 2021

Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit sind keine thematisch begrenzten Gebiete. Unternehmen benötigen Experten, um hübsche Texte zu schreiben oder tolle Events zu organisieren. So kam es im letzten Jahr, dass ich, Nadine Steinmetz, zur maep! Die Ärztepersonalberatung und damit zu DoctorsFuture kam. Hallo erstmal. Ein paar von euch wissen jetzt ganz bestimmt, wer ich bin, weil ihr schon mal an einem Meet-the-Expert-Dinner oder einem ONLINE-Meet-the-Expert teilgenommen habt oder weil ihr uns auf einem unserer Social-Media-Kanäle folgt.

Seit ich DoctorsFuture betreue, ist viel passiert. Viele Personaler*innen, Ärzt*innen und Studierende haben mich kennen und ein paar von ihnen sogar mögen gelernt. Vieles läuft gut und ich befürchte, der Chef ist ganz zufrieden mit mir. Meine Kollegen haben sich mittlerweile damit abgefunden, dass ich einfach jeden Tag wieder am 9-Uhr-Meeting teilnehme und die Kaffeemaschine, seit ich da bin, statt einmal im Monat einmal die Woche entkalkt werden muss. #ohnekaffeeohnemich In regelmäßigen Abständen meckere ich solange, bis jemand (meistens der Chef) losgeht und Schweinsohren oder Gummitierchen kauft. Ab und an mache ich zu viele Überstunden, mein Hund Jarvis lässt das Büro zwei Tage die Woche Kopf stehen und über meine schlechten Witze lachen die Kollegen mittlerweile nur noch zu sechzig Prozent aus Mitleid. Zusammenfassend kann ich also sagen: Ich bin angekommen bei DoctorsFuture. Solange es Kaffee gibt, bin ich am Start, es herrscht (meistens) Zufriedenheit meiner Arbeit gegenüber und ich liebe alle Bereiche meines Jobs. Na gut. Fast alle.

Es ist mir tatsächlich etwas unangenehm und ein bisschen peinlich, aber ich habe ein klitzekleines Problem, welches ich heute mit euch teilen will. Ich trage es schon lange mit mir herum und wollte damit eigentlich nicht an die Öffentlichkeit gehen. Meine Kollegen lächeln es weg und sagen, ich soll mich nicht so haben. Unsere Referenten winken ab und sagen, sie können da nichts tun – was muss, das muss. Der Chef sagt, es ist für alle das Beste, wenn wir alles so belassen, wie es ist und ich soll gefälligst an mir arbeiten. Aber ich träume manchmal sogar schlecht, wenn wieder mal ein Tag näher rückt, an dem ich mit meinem Problem konfrontiert werde! Und ich werde nun das Schweigen brechen und darüber REDEN, was mich belastet, seit ich bei DoctorsFuture angefangen habe! Manchmal, wenn eines unserer Meet-the-Experts läuft, fühle ich mich unwohl und schaue angestrengt weg von der Präsentation, die der Referent gerade zeigt. Oft bricht mir schon bei den überleitenden Worten der kalte Schweiß aus und ich bekomme Schluckauf und Schnappatmung. Mein Mausfinger zuckt und ich bin mehr als einmal versucht gewesen, aus dem Raum zu stürmen oder einfach die Zoom-Session zu beenden! Nur mein Stolz hat mich bisher davon abgehalten, dem Irrsinn ein Ende zu setzen! Ok, ich sage es jetzt einfach: Ich kann keine OP-Bilder sehen! Blut, Organe, Knochen, wenn etwas geschnitten, verödet, gebohrt oder vernäht wird – mir wird sofort elendig und ich werde erst blass und dann grün und überlege panisch, ob ich mich unauffällig in den Mülleimer übergeben kann. Doch das Problem erstreckt sich über alle meine Tätigkeiten: Ich scrolle ängstlich durch unseren Feed, um Likes und Kommentare zu hinterlassen, ich lese Medizinblogs, ich recherchiere für Fachbeiträge, ich blättere durch Fachzeitschriften – es ist immer dasselbe! Man sollte meinen, unzählige Staffeln Grey‘s Anatomy hätten mich hinreichend darauf vorbereitet, aber die geschönten Fernsehbilder haben nichts mit der fiesen Realität gemeinsam. Ich kann einfach keine OP-Bilder sehen. Jetzt ist es raus.

Aus der Nummer mit dem Fachgebiet Medizin komme ich nun natürlich nicht mehr so schnell raus und so habe ich mit den Kollegen gebrainstormt und verschiedene Methoden getestet. Eine Kollegin sagte, ich solle mir derweil Welpenbilder ansehen (funktioniert, allerdings will ich dann sofort einen haben und am Ende des Jahres sitzen bei mir dreißig Welpen zu Hause), eine Kollegin hat empfohlen, Zoom derweil zu minimieren (funktioniert auch, aber dann sehe ich den Chat nicht mehr), der Chef hat vorgeschlagen, ich soll derweil Online-Shopping machen (funktioniert eingeschränkt, weil er nicht bereit ist, das als Spesen zu akzeptieren). Im Zoom-Meeting könnte ich die Seite des Bildschirms abkleben, aber das geht in Präsenz nicht. Auf den Boden starren, den Raum verlassen oder die Augen geschlossen halten, ist unhöflich. Ihr seht also: Meine Kollegen sind keine große Hilfe gewesen. (Anm. der Redaktion: Der Chef auch nicht.)

So habe ich also jedes Mal dagesessen, konsequent den Chat angestarrt und gehofft, dass die Bild- oder Videosequenz bald vorbeigeht. Doch wisst ihr, was mir beim letzten ONLINE-Meet-the-Expert klar wurde? Ich weiß schon längst, was mir wirklich hilft. Das seid nämlich ihr. Ihr jungen Mediziner*innen, wie ihr interessiert dem Referenten lauscht und euch fasziniert die OP-Ausschnitte anseht. Wie ihr das Wissen und die Abläufe aufsaugt und wie ihr für die Medizin brennt. Wie ihr Fragen zu der Operation, dem Patienten oder der Krankheit stellt, wie ihr euer erlerntes Wissen anwendet und die teils kniffligen Fragen der referierenden Ärzte und Ärztinnen beantwortet. Euren Wissensdurst zu stillen hilft mir, meine Abneigung gegenüber OP-Bildern zu überwinden. Ich will euch die Möglichkeit bieten, euch fachrichtungsspezifische Informationen in unseren Meet-the-Experts anzueignen, euch bei der Fachrichtungswahl unterstützen und euch mit vielen spannenden Beiträgen versorgen. Wenn der Preis dafür ist, mir OP-Bilder anzusehen, dann zahle ich den gern. Und wenn wir mal ehrlich sind: Grün steht mir doch ganz ausgezeichnet.

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