BlogtorsFuture – Hinter den Kulissen


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Scheiße gelaufen?

10 September 2021

Getönt haben sie, diese ach so sportlichen Kollegen! Schwimmen wollten sie! Radfahren! Und Rennen! Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen! Und jetzt stehe ich hier, futtere saure Würmchen und grinse großmütig den Bildschirm an, während ich über alle meine Witze nachdenke, die ich im Laufe der letzten Wochen darüber gemacht hab.

Für die, die es nicht mitbekommen haben, fasse ich es nochmal kurz zusammen: Einige Kollegen fühlten sich berufen an einem Triathlon teilzunehmen. Ich würde euch gern erklären, warum, aber das weiß ich selbst nicht so genau. Ich habe es nicht verstanden. Es ging irgendwie um Teamspirit und Teamevent. Nun. Es ist immer noch ein Teamevent. Denn auch wenn nur EIN Mitglied des Teams antritt, ist unser Team grundsätzlich vertreten. #truestory Insofern sagen wir: Danke liebe Nicole, dass du uns vertrittst! Teamwork. So wichtig.

Aber es ist natürlich leicht, mich hinzustellen und großmütig anzuprangern. Ich habe ja auch NICHT MITGEMACHT. Früher in der Uni gab es immer Gruppenarbeiten. Ich erinnere mich ganz genau. Das lief auch immer so ab. Vier sitzen rum und einer arbeitet. Aus diesem Grund hat sich scheinbar dieses verschobene Bild zum Teamwork eingestellt. Erst diese Woche haben wir über eine Klinik gesprochen, die händeringend Personal sucht. (Welche eigentlich aktuell nicht?) Dort gibt es einen hervorragenden Chefarzt. Doch eine seine Mitarbeiterinnen hat scheinbar keine Ambitionen, ihn zu unterstützen und stachelt das ganze Team auf, pünktlich Feierabend zu machen. Das führt dazu, dass der Chefarzt die restlichen Zeiten abdeckt und gefühlt 24 Stunden am Tag auf Arbeit zubringt. Das gibt mir zu denken und ich komme nicht umhin mich zu fragen: Würde ich in so einem Team arbeiten wollen? Tatsächlich wissen recht viele Bewerber um dieses Problem in dieser Klinik und scheinen sich diese Frage zu stellen, da wir auf Teufel komm raus niemanden für die ausgeschriebene Position finden.

Doch warum ist das ein Problem? Nun. Eigentlich sind es drei Probleme, aber diese lassen sich leicht zusammenfassen. Erstens wird natürlich geredet. Man kennt einen, der jemanden kennt und der wiederrum hat von einem Dritten gehört, dass… Und ihr könnt mir glauben, solche Informationen verbreiten sich in Arbeitnehmerkreisen schneller als Witwe Käthe im Dorf Gerüchte darüber streuen kann, wie viele Frauen Bauer Friedrich, der alte, geile Bock, zeitgleich beschläft. Zweitens wissen Arbeitnehmer, die sich aktiv bewerben, natürlich welche Stelle wann schonmal ausgeschrieben war oder wie lange diese bereits ausgeschrieben ist. Allein das reicht, um misstrauisch zu werden und sich zu fragen, warum die Vakanz immer noch offen ist. Und drittens – und das ist wahrscheinlich das größte Problem – hat sich einmal ein solches Gerücht verfestigt, dann wird es auch noch Jahre später herausgekramt, auch wenn die Belegschaft schon längst gewechselt hat und es ist wirklich schwer, diesen Imageschaden wieder auszubügeln.

Arbeitsverhältnisse haben etwas mit Fairness zu tun. Arbeitgeber sollen sich mit den Belangen ihrer Angestellten auseinandersetzen, ein angenehmes Arbeitsumfeld schaffen, dafür sorgen, dass Mitarbeiter nicht durch Personalkürzungen übelastet werden und müssen sich Problemen annehmen, die sich negativ auf das Arbeitsklima auswirken. Arbeitnehmer wiederrum sollen sich offen mit Ihren Vorgesetzten darüber austauschen, wenn sie unzufrieden sind, wenn es im Team Probleme gibt, wenn sie überlastet sind oder auch wenn sie einfach unglücklich im Job sind. Das kommt vor und muss nicht unweigerlich zu einer Kündigung bzw. einem Jobwechsel führen. Arbeitgeber haben Stellschrauben, an denen sie drehen können. Es gehört natürlich immer eine gewisse Portion Mut dazu, seinem Chef so etwas zu sagen. Herrscht jedoch ein gutes Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, wird sich der Vorgesetzte darum bemühen, eine Lösung zu finden.

Fairness ist die Grundlage für gutes Teamwork. Eine offene Kommunikation ohne Lästerrein, Sticheleien und ohne Untergrabung ist wichtig für die Zusammenarbeit und das Wohlbefinden. Fairness ist keine Einbahnstraße! Beide Seiten müssen ein ehrliches und respektvolles Verhältnis pflegen und wenn dies der Fall ist, dann sind die Grundlagen für ein tolles Arbeitsverhältnis geschaffen.

Was ich also sagen will: Man kann vor seinen Problemen nicht wegrennen! Nächstes Jahr gibt es einen neuen Triathlon und ich habe euch alle schon angemeldet!