BlogtorsFuture – Hinter den Kulissen


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Prädikat: Geiler Kundenservice

26 August 2021

Manchmal ist es gar nicht so einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Aktuell bräuchten wir hier so einen riesigen Sombrero und ich wette, darunter ließe sich dennoch nicht alles vereinen. Wir kämpfen gerade an allen Fronten hier im Büro: Arztsuche für offene Vakanzen, Planung der Meet-the-Experts für Herbst, Planung der Bewerbermessen, Onboarding für etliche neue Kollegen, Aufarbeiten der Dinge, für die bisher keine Zeit war und Unmengen an Kaffee, Kuchen und Süßigkeiten konsumieren. Aber ich will nicht meckern. Es ist gut, wenn viel Trubel ist. Ich persönlich liebe die Herausforderung, auch unter Druck gute Arbeit zu leisten.

Als Dienstleister nehmen wir unseren Job sehr ernst und es ist unser eigener Anspruch, einen Auftrag ganz im Sinne unseres Kunden zu erfüllen. Doch ehrlicherweise wünschen sich manche das Blaue vom Himmel herunter. Ich meine sind wir ehrlich: Wir leisten ausgezeichnete Arbeit und oft wirkt es so, als könnten wir zaubern. Das ist aber nicht der Fall.

Und wir arbeiten nicht gerade schneller, wenn der Kunde wegen jedem Zipp und Zapp zum Telefon greift und eine Frage stellt, die er sich mit ein bisschen Überlegen selber beantworten kann. Da frage ich mich immer: Ist es ein Problem mit der Kommunikation oder sind manche einfach blöd? #sorrynotsorry Klar, schwierige Kunden hat jeder Dienstleister. Man muss es zu nehmen wissen, freundlich bleiben, lächeln und Arschloch denken. Protipp: Immer ERST den Hörer auflegen und DANN Arschloch sagen. Glücklicherweise haben wir nicht besonders viele solcher Kunden, die eine Sonderbehandlung brauchen.

Auch das Thema Zuarbeit raubt uns den letzten Nerv. Wenn wir unseren Job gut machen sollen, dann brauchen wir auch den nötigen Input. Wenn der zu spät oder schlimmstenfalls gar nicht kommt, dann können wir hier eben leider nicht viel tun. Dieses ewige Warten auf Rücklauf von Dokumenten oder Antworten auf Nachrichten und ständig sind die Leute telefonisch nicht erreichbar! Da müssen wir uns wirklich fragen: Wozu hast du denn dein dämliches Telefon, wenn du dann nicht rangehst?! Heb ab, heb ab, heb ab!! *Hörer wird wütend aufgeknallt*

Und ein ganz spannendes Kapitel: Sonderwünsche. Die sind immer besonders klasse. Gerade bei der Koordination der Veranstaltungen gehe ich persönlich gern auf diese ein – aber niemand sollte von mir erwarten, dass ich stets von allen Veranstaltungen diese Absprachen im Kopf habe. Ich telefoniere täglich mit Kunden, Referenten, Locations, Caterern und zig mehr Menschen. Unmöglich sich da jede einzelne Absprache zu merken. Ich finde es immer erschreckend, wenn einer genervt ins Telefon stöhnt und sich echauffiert, warum ich das nicht SOFORT weiß. So ist das natürlich auch mit allen anderen Verträgen: Kein Mensch weiß alles auswendig. Wir sind keine wandelnden Ringordner und trotz der erschreckend hohen Menge an Kaffee, die hier täglich konsumiert wird, kann es manchmal doch eine Sekunde länger dauern, bevor wir den Zusammenhang der Frage am Telefon mit dem richtigen Vertrag überein gebracht haben.

Und dann gibt es natürlich noch die allseits beliebten und bekannten U-Boot Kunden. Das sind die, bei denen wir gern das Telefon klingeln lassen würden, weil wir genau wissen, dass das Telefonat anstrengend wird. Die Kunden, bei denen man versucht ist, Rauschgeräusche vorzutäuschen und ins Telefon zu rufen: „Hallo?! Ich ka… …ie nicht hör…! Ich fahre ….kchkchkch… gera… …urch einen Tunnel!“ nur um dann den Hörer vom Festnetztelefon aufzulegen. Spoiler: Macht das nicht. Die rufen wieder an. Manchmal versuchen wir auch heimlich Gespräche, die wir nicht führen wollen, auf den Chef abzuwälzen. Das klappt in der Regel nicht. Aber das führt dazu, dass wir hier unseren Mann…pardon…unsere Frau stehen und die unangenehmen Gespräche genauso souverän meistern wie die angenehmen.

Alles in allem stellen wir uns aber hier das Prädikat „Geiler Kundenservice“ aus. Und auch wenn es manchmal schwierig ist, alles unter einen Hut zu bringen, so gelingt es uns tatsächlich immer. Und das ist es doch, was zählt, oder? Zwischendrin verdreht zwar auch mal eine die Augen so weit, dass ich versucht bin, einen Exorzisten anzurufen oder jemand (meistens ich) flucht so laut, dass zwei Straßen weiter die Bauarbeiter noch rote Ohren bekommen, aber alles in allem dürfen wir uns auf die Fahne schreiben, gute Arbeit zu leisten. Und das machen wir jeden Tag gern, mit Elan und mit viel Spaß. Und notfalls können wir immer noch einen größeren Sombrero kaufen.